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FIA European Truck Racing Championship 2011

race 01 >>>DONINGTON

Rennstrecke: Donington Park Circuit

Steckenlänge: Grand Prix Circuit 4020 m; National Circuit 3149 m

Rekord (Trucks): Markus Oestreich (Renault), 1:26.444 (24.April 2011)

Oestreich zum Zweiten

Auch am Ostersonntag präsentierte sich Markus Oestreich in bestechender Form. Im vergangenen Jahr mit Ladehemmung in die Saison gestartet, scheint "Oese" 2011 top fit zu sein. Auch am zweiten Tag gelang ihm in Donington ein makelloser Start-Ziel-Sieg. Fraglos kann in den ausstehenden neun Wochenenden noch viel passieren, doch eines lässt sich jetzt schon feststellen: Der dienstälteste Truck Racer im Fahrerfeld gehört in diesem Jahr mit Sicherheit zu den Top-Favoriten.

Dass die Renault-Trucks (noch) nicht der Überflieger schlechthin sind, zeigte sich in Donington jeweils in den zweiten Rennen, in denen mit "reverse grid" gefahren wird. Da schaffen üblicherweise nur die Piloten den schnellen Durchmarsch an die Spitze, die ihren Konkurrenten um Längen voraus sind. Denn wer sich als Sieger des ersten Wertungslaufs auch im zweiten an die Spitze setzen will, muss zuerst einmal mindestens besser sein als sieben zähe Konkurrenten, die um jeden Punkt und jeden Platz kämpfen. 

Die Überraschung des Wochenendes war sicherlich Uwe Nittel. Normalerweise müssen sich Motorsportler, die aus anderen Disziplinen kommen, erst einmal an den im Truck Race üblichen Vollkontakt gewöhnen. Doch Nittel scheint da von keinerlei Hemmungen befallen zu sein, der Ex-Rallyefahrer teilte in Donington kräftig aus oder keilte, wenn nötig, ordentlich zurück - und rangiert in der EM-Tabelle hinter dem Routinier Oestreich an zweiter Position. Ein erstaunlicher Einstieg, nach seinem Jahr als Schnupperlehrling bei Buggyra.

Noch ein Kuriosum gilt es zu vermelden: In England ist das Image der Deutschen ja nicht unbedingt positiv besetzt, daher gab es auch ein paar Scherze am Rande, als am späten Sonntagnachmittag dreimal Schwarz-Rot-Gold über der Rennstrecke wehte: Jochen Hahn hatte sich ebenso clever wie furios für den mässigen Vortag entschädigt und das Championshiprace 4 gewonnen. Auf den Plätzen machten Nittel und Oestreich den totalen Erfolg der Deutschen perfekt!

Oestreich zum Ersten

Truck Racer ist ein Beruf für Machos - so zumindest lautet ein gängiges Vorurteil, das nicht ganz falsch ist. Ein Eiskunstläufer kann sich vielleicht Sensibilität erlauben, aber Motorsport ist genau genommen ein Kampfsport. Und wer sich da Schwächen erlaubt, hat schon halb verloren. So gesehen ist es also kein Wunder, dass die Konkurrenten nur hinter vorgehaltener Hand gezittert haben (man verzeihe das schiefe Bild): wie stark würden die Renault-Boliden des MKR-Teams beim Saisoneinstand auftrumpfen?

Es kam, wie zu erwarten - bei Markus Oestreich klappte der Auftakt in diesem Jahr wie am Schnürchen, er schrieb sich als erster Sieger des neuen Jahres in die Chroniken ein. Doch dahinter folgten keine Renaults, sondern mit Albacete und Nittel die beiden Trucks aus dem Bernau-Stall. Der Ex-Rallyefahrer legte einen beinharten Start hin, musste hinterher prompt zur Rennleitung und hat wohl seinen Ex-Teamkollegen Vrsecky zumindest auf der Piste nicht mehr zum Freund. Trotzdem war Nittel die Überraschung des Tages, auch im zweiten Lauf wurde er Dritter, obwohl er zur Strafe einige Startplätze verloren hatte.

Noch ein starker Auftritt: Der Finne Mika Mäkinen, der (vielleicht auch aufgrund der Sprachprobleme) ganz dem Klischee vom schweigsamen Nordmann entspricht, entpuppte sich als überraschend stark und platzierte sich auf Anhieb in den Top Ten.

Im zweiten Rennen setzte sich Albacete vier Runden vor Schluss gegen Adam Lacko durch. Eigentlich hätte man Bösiger oder Oestreich stärker eingestuft als den Tschechen, der zu Renault gewechselt ist. Lacko ist immer noch irgendwie das junge Talent geblieben, nicht immer konstant, aber an guten Tagen verdammt schnell.

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