Rennstrecke: Circuito de Velocidad Albacete
Steckenlänge: 3539 m
Rekord: 1:55.772 - Markus Bösiger/Freightliner (2007)
Gegen Jochen Hahn scheint im Moment kein Kraut gewachsen zu sein: Der Deutsche hat einen phantastischen Lauf, auch in Albacete hielt seine Siegesserie fast unvermindert an. Am Ende fährt der Schwabe mit drei Siegen und einem vierten Platz nach Hause. Das Pech vom ersten Tag, als Hahn aufgrund eines Remplers weit zurück geworfen wurde und den zweiten Lauf "nur" als Vierter beendet, wurde am Sonntag wieder ausgeglichen. Da profitierte der Deutsche von der Ungeduld des Lokalmatadors, der wie schon häufiger an gleicher Stelle wohl zu viel wollte. Diesmal war es Stuart Oliver, den Antonio Albacete ein wenig anschubste, um vorbei zu kommen. Anders als Oeses Rempler am Tag zuvor, der den Spanier ins Kreiseln brachte, folgte der Aktion die Strafe. Der amtierende Meister wurde ebenson wie Markus Bösiger nach dem zweiten Rennen mit einer Zeitstrafe belegt, die Hahn an die Spitze, Stuart Oliver auf Platz zwei (der zweite große Erfolg für das allgäuer-Team an diesem Wochenende) und die beiden Überholer auf Drei bzw. Vier zurück warf.
Zuvor hatte sich Hahn zum vierten Mal in Folge die Pole Position gesichert. Ein superber Start - und dann eine weitere Lektion für den Rest des Feldes brachten dem MAN Fahrer wieder 20 Punkte für das Konto ein. Der Zweite ist immer der erste Verlierer: Das Bonmot hat vor allem für Renault einen bitteren Beigeschmack. In Albacete war Adam Lacko der Beste aus der MKR-Riege - der Rest steckte mit einem Bein im Pechkübel fest. Vor Saisonbeginn hätte kaum jemand Geld darauf verwettet, dass nach zwölf Wertungsläufen nur zwei Siege auf dem Konto der MKR-Truppe stehen. Jochen Hahn dagegen ist bis dato der Fahrer des Jahres, von den zwölf Championshiprennen hat er acht gewonnen. Vielleicht muss sich der MAN-Fahrer bald damit abfinden, in der Favoritenrolle zu stecken und von allen gejagt zu werden.
Zwei Wochen zuvor war Jochen Hahn als vierfacher Sieger vom Feld gegangen - das Kunststück wird ihm in Albacete verwehrt bleiben. Doch der MAN-Fahrer präsentierte sich auch im dritten Lauf der aktuellen Saison in bestechender Form. Die Samstag-Pole ging wiederum an Hahn, der sich auch im ersten Rennen souverän mit deutlichem Abstand durchsetzte. Auf dem engen Circuito de Velocidad war diesmal im zweiten Durchgang nur Rang vier möglich, Adam Lacko verteidigte eisern seinen Podiumsplatz.
Der zweite Lauf sah einen sensationellen Sieger: Der russische Löwe (Lvov) war zwar schön des öfteren der Anführer der Meute, doch Fehler oder Pech verhinderten immer wieder ein greifbaren Erfolg. Diesmal klappte alles bei dem Motorsportler aus St. Petersburg, den Erfolg erreichte Lvov aus eigener Kraft. Mehr als die Hälfte der Renndistanz hatte er den zeifachen Ex-champion Vrsecky am Heck, parierte jedoch alle Angriffe des Tschechen mustergültig.
Das MKR-Team von Mario Kress präsentierte sich zwar erholt, doch für den Sprung auf den obersten Podiumsplatz reichte es noch nicht. Im Rennen 1 kam der Renault-Zug mit Oestreich, Lacko und Bösiger nach Hahn über die Linie. Im zweiten Rennen war Adam Lacko der Stärkste im Team.
Pech hatte das Team von Lutz Bernau: Uwe Nittel konnte das Zeittraining wegen eines technischen Defekts nicht bestreiten. Vor dem Rennen wurde in seinen MAN ein neuer Triebstrang eingebaut, in der Hektik die Geschwindigkeitsregelung nicht optimal justiert. Die Folge: Eine Zeitstrafe wegen Overspeed im ersten Lauf. Antonio Albacete geriet im ersten Durchgang mit Markus Oestreich aneinander, drehte sich einmal um die eigene Achse und war dann wegen eines Reifenschadens stark gehandicapt, er musste sich mit Rang 10 begügen. Im zweiten Lauf wurde der amtierende Champion Fünfter. In diesem Rennen holte sich Nittel wenigstens eine Art Trostpreis, er fuhr die schnellste Rundenzeit.
Über 30 Fahrer haben für das Rennen gemeldet, vor allem die einheimischen Truck Racer stellen eine starke Abordnung. Dazu kommen aus dem Nachbarland Vater und Sohn Rodrigues sowie einige Fahrer aus Großbritannien. Spannung verspricht das Duell MAN gegen Renault, vor allem die Fahrer des MKR-Teams mussten vor zwei Wochen in Misano kräftig Federn lassen. Ob Mario Kress eine Antwort auf den Durchmarsch von Jochen Hahn gefunden hat, wird sich spätestens am Samstag nach dem Zeittraining zeigen. Dann ist „high noon“, der erste Durchgang ist für kurz vor 12 Uhr angesetzt, die Hatz um die Superpole beginnt 20 Minuten später.
Am Freitag standen lediglich die technische Abnahme auf dem Pflichtprogramm, im Renault-Zelt wurden am Abend noch die Dämpfer für die drei Trucks des MKR-Teams vorbereitet. Bei Buggyra waren alle Hausaufgaben gemacht, es blieb also genügend Zeit für eine Fotosession auf der Rennstrecke mit David Vrsecky und Chris Levett.