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EM-Lauf 01>>> OBERNDORF/KITZBÜHEL

Veranstaltungsort: Steinbruch Cervinka, Oberndorf

Charakter: Etwas Sand, überwiegend Schotter bzw. gesprengtes Schiefergestein

Sektionen: 8 x2 = 16

Es war ein gewaltiges Wagnis, das die OVS als Veranstalter der Truck Trial Europameisterschaft eingegangen ist: In der Winterpause wurde das Reglement völlig überarbeitet. Die Klasseneinteilung blieb dabei ebenso außen vor wie das Prinzip, nach dem der Tanz durch die Stangen funktioniert. Die Protagonisten müssen nach wie vor durch Tore fahren, für's Berühren, Auslassen oder Umfahren der Holzpflöcke und einige andere "Tatbestände" gibt es Strafpunkte, die am Ende das Ergebnis ausmachen.

Doch die Trialisten waren es gewohnt, präzise sortiert innerhalb ihrer jeweiligen Klasse zu fahren - und da gab es Meister der Taktik. Es konnte vorteilhaft sein oder Nachteile mit sich bringen, ob man als Erster oder Letzter in die jeweilige Sektion musste. Aber vor allem wusste man nach jeder Sektion genau, wo man stand - die anderen Konkurrenten waren ja auch mit dabei und nachdem alle gefahren waren, gab es ein Zwischenergebnis.

Tempi passati: Jetzt fahren die Geländespezialisten in Gruppen, in denen jeweils ein Fahrzeug jeder Klasse vertreten ist. So ungefähr jedenfalls, ein wenig hängt das im Detail von der jeweiligen Starterzahl ab. Da gibt es kaum eine Chance, sich am "Vordermann" zu orientieren. Mancher Anstieg überfordert die Kraftreserven eines Unimogs, ein ander Mal ist der Vierachser für eine Passage zu schwer, die ein Mog leichtfüssig hinauf klettert. Was in den Sektionen, in denen es das Geländebeschaffenheit zuließ, dazu führte, dass permanent neue Linien gefahren, neue Wege erkundet wurden.

Ein paar Beschwerden habe es am Ende des Auftaktwochenendes schon gegeben, gibt Hermann Schmitz freimütig zu. Dazu einige Schwierigkeiten "hinter den Kulissen" - klar, so eine neue Struktur muss sich erst einspielen. Doch der Leitende Sportkommissar freut sich, dass vor allem auch bei den Teams die positive Resonanz bei weitem überwog.

Unter dem Strich lässt sich wohl sagen, dass sich die Top-Favoriten schnell angepasst haben, sie lagen beim EM-Auftakt in vielen Klassen vorne. "Aber im Mittelfeld hat sich einiges getan," berichtet Schmitz und führt dabei unter anderem Olaf Grätz an. Der kam mit seinem "nagelneuen" wundersamen Ford-Mobil im Cabrio-Design in der S5 hinter Marcel Schoch auf den zweiten Rang. Ein Ergebnis, das Grätz wohl selbst nicht erwartet hätte.

Beim großen Fest "tout terrain" Mitte Juni in Montalieu (Frankreich) hat die Truck Trial-Gemeinde ihren nächsten Auftritt. Und hofft, dass wenigstens Gott in Frankreich ein Einsehen hat - denn das österreichische Wetter als lausig zu bezeichnen, wäre noch viel zu beschönigend: Während des Auftaktwochenendes goss es die meiste Zeit wie aus Kübeln. Aber wenigstens war man in einem Steinbruch und nicht in einer matschigen Grube unterwegs, die Folgen hielten sich also in Grenzen.

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