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FIA European Truck Racing Championship 2011

race 05>>> Nürburgring

Rennstrecke: Nürburgring

Steckenlänge: 3629 m

Rekord: 1:55.075 Antonio Albacete/MAN (2007)

Kurzer Flirt

Am Samstag hatte Jochen Hahn noch die Vermutung geäußert, seine Leidenschaft für die Rennstrecke in der Eifel könnte doch noch entflammen - doch am Sonntag war der kurze Flirt mit der bekanntesten deutschen Rennstrecke auch schon wieder vorbei. Jochen Hahns unglaubliche Serie von sieben Pole Postions in Folge riss ausgerechnet vor seinen heimischen Fans. Am Sonntag morgen sorgte ein anderer Deutscher für Furore: Der fulminante Uwe Nittel holte sich die erste Pol in seiner noch recht jungen Truck Racer-Karriere. Im Rennen war dann deutlich zu sehen, das Lutz Bernau seinem ehrgeizigen Schützling Zügel angelegt hatte. Nach seinem Unfall in Misano ist Nittel offenbar klüger geworden - er muss nichts gewinnen, schließlich wird 2011 seine erste komplette Saison im neuen Renngerät sein. Nittel hat bislang noch nicht einmal ein Dutzend Rennen im Truck bestritten, dass er dennoch schneller ist wie viele altgediente Konkurrenten, lässt auf die Qualitäten von Truck und Fahrer schließen.

Stallkollege Antonio Albacete setzte sich in diesem Lauf durch, vor Jochen Han, der seinen thron als Dauersieger verlassen musste und eben Nittel. Drei MAN, denen ein anderer Zug folgte: die drei MKR-Renaults mit Oestreich, Lacko und Bösiger.

Im abschließenden Rennen kam es noch dicker für Hahn. Gerde "rechtzeitig" zum Vorstart hatte der Nürburgring wieder dunkles Make up aufgelagt, es begann zu regnen. auf der glitschigen Piste kamen zahlreiche Trucks ins Schlittern. Uwe Nittel wurde im ersten Anlauf "abgeschossen", im zweiten Aufgalopp nach einer Rotphase erwischte es dann ausgerechnet Han. Der war der trudelnden Britten Summerfild ausgewichen und schlug am Ende des Manövers so heftig in die Streckenbegrenzung ein, dass an eine Witerfahren nicht zu denken war. Da aber die eher ungewönliche Sortierung nach dem Rennen keinen der Konkurrenten richtig weit nqch vorne brachte, konnte sich der Schwabe am Ende eines ereignisreichen Wochenendes wenigstens über den deutlich gebliebenen Abstand auf die Verfolger freuen..

 

Die Serie hält

Manchmal sind Sportler beim Auftritt vor ihren Fans übermotiviert, der angebliche Heimbonus verkehrt sich dann in einen Malus. Auch bei den Truckracern gäbe es viele derartige Gechichten zu erzählen. Vom Spanier Antonio Albacete, der auf der spanischen Rennstrecke gleichen Namens schon bittere Niederlagen erleben musste. Oder von den deutschen Recken, die ausgerechnet auf dem Nürburgring von ihren ausländischen Konkurrenten vorwiegend die hintere Stoßstange sahen.

Am ersten Tag des 26. Truck Grand Prix auf dem Nürburgring blieben die local heroes allerdings von derlei Unbill verschont – schon zum zweiten Mal in der aktuellen Saison gibt es einen Dreifach-Erfolg der deutschen Truck Racer zu vermelden. Wie nicht anders zu erwarten, war einmal mehr der schwarze MAN von Jochen Hahn der erste Truck, der nach dreizehn Rennrunden über den Zielstrich schoss. Auf den Plätzen folgten Markus Oestreich im Renault des MKR-Teams und der erneut stark auftrumpfende Uwe Nittel.

Newcomer Nittel sollte der einzige Pilot bleiben, der an diesem Samstag zwei Mal auf’s Podium gebeten wurde. Der Ex-Rallyefahrer fuhr auch im zweiten Championshiprace mit viel Umsicht und dosiert eingesetztem Kampfgeist auf den dritten Rang.

Jochen Hahn setzte mit seinem Sieg eine geradezu unglaubliche Serie fort. Am Freitag hatte er sich im Qualifying zum siebten Mal in Folge die Pole Position erobert (wobei die schmale Lücke von 26 Tausendstel auf Markus Oestreich zeigte, dass das MKR-Team seit dem letzten Lauf hart gearbeitet hat) und zum siebten Mal in Folge gewann er auch das jeweils erste Rennen, in dem es für den Sieger 20 Punkte zu holen gibt.

 

Das gut gefüllte Fahrerlager, die geballte Industrie-Präsenz (ein Hingucker: Die Trutzburg von Mercedes mit dem neuen Actros als Live-Leckerbissen) sowie das große Zuschauerinteresse sorgten für zufriedene Gesichter beim ausrichtenden ADAC Mittelrhein. Die Organisatoren hatten mit dem ADAC GT Masters sowie diversen Showacts (unter anderm Egon Oestreichs Auftritt im „Samba-MAN“) wieder für viel Kurzweil gesorgt.

 

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